Wehr
Boje
GL-Wehr
GL-Boje

KONTINUIERLICHE MESSUNG VON 4 PARAMETERN IN DER NAAB
GUDKRAFTWERK DER GDF SUEZ KRAFTWERKSGRUNDSTÜCK SCHWANDORF GMBH & CO. KG IN SCHWANDORF (BAYERN)

Anlass und Zielsetzung 
Für die gewässerökologische Betrachtung und Modellierung der Auswirkungen der Kühlwassereinleitung in die Naab im Rahmen der Genehmigungsplanung für ein GuDKraftwerk in Schwandorf werden kontinuierliche Daten der Parameter Temperatur, Sauerstoff, Leitfähigkeit und pH-Wert benötigt. 

Untersuchungsprogramm 
Der Einbau und die Inbetriebnahme der zwei Multiparameter Messsonden „Aqua ACTEON 3000“ des französischen Herstellers PONSEL zur Bestimmung der Wassergüte erfolgte am 05. September 2008 an den im Vorfeld mit dem Auftraggeber festgelegten Messstellen im Fluss Naab.  
Die Einbaustelle 1 liegt oberhalb des Wehrs, nahe dem Einlauf der Fischtreppe. Hier wurde ein Stahlschrank mit Sondenschutzrohr (PVC) an der Betonwand des bestehenden Wehrs angebracht. Der Zugang erfolgte über den vorhandenen Steg.     
Einbaustelle 2 liegt nahe dem Ortsausgang Dachelhofen Im Bereich der Einbaustelle herrscht nur sehr geringe Strömung und das Ufer ist beidseitig unbefestigt. Die Messsonde wurde an einer Messboje in ca. 15-20 m Entfernung vom Ufer verankert. Aufgrund anfänglicher technischer Schwierigkeiten erfolgte die Datenaufzeichnung dieser Messstelle erst am 11.09.2008.       Die kontinuierliche Messung der Parameter Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit sowie Sauerstoffgehalt erfolgte in einem Takt von 15 Minuten. Die Sonden wurden wöchentlich inspiziert, gereinigt und die gesammelten Daten ausgelesen.
   
Untersuchungsergebnisse 
Bewertungsgrundlage 
Für die Bewertung der Beschaffenheit von allgemeinen Oberflächengewässern (keine spezifische Nutzung) gibt es je nach Definition des Gewässers und der Rechtsgrundlage unterschiedliche rechtsverbindliche Grenzwerte. So finden sich für die aufgezeichneten Parameter in der Bayerischen Gewässerqualitätsverordnung (BayGewQV in Fassung vom 4. April 2001) verbindliche Qualitätsziele. Laut Verordnung liegt eine Überschreitung des Qualitätsziels vor, wenn an einer Messstelle das Jahresmittel aus mindestens vier gleichmäßig über das Jahr verteilte Messungen über dem Qualitätsziel liegen. Ansonsten wird in Anlehnung an die momentane Vorgehensweise der bayerischen Wasserwirtschaft zur Einstufung der Güte von Oberflächengewässern, auf die nicht rechtsverbindlichen LAWA-Vorgaben zur „Beurteilung der Wasserbeschaffenheit von Fließgewässern in der BRD - Chemische Gewässergüteklassifikation“ (Berlin, 1998) zurückgegriffen.   Die aufgezeichneten Daten im Zeitraum vom 22.11.2008 bis 26.11.2008 sind nicht repräsentativ, da in diesem Zeitraum das Wehr aufgrund einer Fehlfunktion komplett geöffnet war. Dies hatte zur Folge das die Messeinrichtung am Wehr trockengefallen war und die Messboje etwa 700 m – 800 m Flussabwärts verdriftet wurde. 

Messstelle Wehr
Der Parameter pH-Wert unterliegt den tageszeitlich bedingten Schwankungen und bewegt sich im Bereich zwischen 6,68 und 8,35 (Mittelwert: 7,08). Der Sauerstoffgehalt liegt im Bereich zwischen 4,85 und 12,84 (Mittelwert: 8,78). Auch hier sind tageszeitlich bedingte Schwankungen ersichtlich. Insgesamt ist mit dem Absinken der Temperatur ein Ansteigen des Sauerstoffgehaltes zu verzeichnen. Anhand dieses Parameters ist sehr gut das Zusetzen der Sonde mit angeschwemmtem Material zu beobachten: nach einer Reinigung der Messsonde stieg der angezeigte Wert für Sauerstoff sprunghaft um bis zu 3,5 mg/l an. Die Wassertemperatur lag zu Beginn der Messungen bis zum Regenereignis am 14.09.08 bei durchschnittlich knapp 19°C und sank daraufhin innerhalb von drei Tagen um etwa 7°C auf nun durchschnittlich knapp 12°C ab. Anschließend war ein kontinuierlicher Rückgang der Temperatur bis auf ca. 2°C zum Ende der Messreihe zu beobachten. Die Leitfähigkeit lag im Bereich zwischen 132,1 und 306,9 μS/cm (Mittelwert: 243,10 μS/cm). Anhand dieses Parameters lässt sich der genaue Zeitpunkt des Trockenfallens der Messstelle erkennen: Am 24.11.2008 um 00:30 Uhr ist hier ein plötzliches Abfallen der Leitfähigkeit auf 0 μS/cm zu beobachten. Das Redoxpotential bewegte sich im Bereich zwischen 303,2 und 496,2 mV (Mittelwert: 332,0 mV). Reziprok zum angezeigten Sauerstoffgehalt steigt das Redoxpotential mit zunehmender Verschmutzung des Sensors. Der angezeigte Wert fiel nach einer Reinigung des Sensors sprunghaft um bis zu 75 mV.       
 

Messstelle Ortsausgang Dachelhofen (Boje)
Auch bei der Messboje zeigt der Parameter pH-Wert die typischen tageszeitlich bedingten Schwankungen und liegt im Bereich zwischen 6,9 und 7,83 (Mittelwert: 7,4). Der Sauerstoffgehalt liegt im Bereich von 5,98 bis 12,15 mg/l (Mittelwert: 9,29 mg/l). Auch hier sind tageszeitlich bedingte Schwankungen ersichtlich. Insgesamt ist mit dem Absinken der Temperatur ein Ansteigen des Sauerstoffgehaltes zu verzeichnen. Die Wassertemperatur lag zu Beginn der Messungen bis zum Regenereignis am 14.09.08 bei durchschnittlich knapp 19°C und sank daraufhin innerhalb von drei Tagen um mehr als 7°C auf nun durchschnittlich ca. 11,5°C ab. Anschließend war ein kontinuierlicher Rückgang der Temperatur bis auf knapp 2°C zum Ende der Messreihe zu beobachten. Die Leitfähigkeit lag im Bereich zwischen 153,6 und 299,2 μS/cm (Mittelwert: 233,17 μS/cm). Das Redoxpotential bewegte sich im Bereich zwischen 222 und 493,4 mV (Mittelwert: 419 mV).   

 

AUFTRAGGEBER:  GDF SUEZ KRAFTWERKSGRU- NDSTÜCK SCHWANDORF GMBH & CO.KG - FRIEDRICHSTRAßE 200 -  D-10117 BERLIN

AUFTRAGNEHMER:  GEOLOGEN + INGENIEURE W. BLUMENTHAL & DR. H. SCHOGER - DEICHSLERSTRASSE 25 - D-90489 NÜRNBERG

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